Nächster Halt: Krisenalltag
Dass die Krise mittlerweile angekommen ist, merkt jeder von uns, und das nicht nur am Fahrkartenautomat. Wirklich bezahlbar waren die Fahrkarten für sozial Benachteiligte zwar noch nie, doch durch die Krise und ihre Folgen, wie steigende Arbeitslosigkeit oder stärkere Verarmung verschärft sich die Situation noch mal dramatisch. Deshalb sollte mit der Aktion „Öffentliche Verkehrsmittel sind nur noch für Reiche da“ auf diese Misere aufmerksam gemacht werden.
Am Montag, 21.Dezember fand aus diesem Grund eine exklusive Feier in der Nürnberger U-Bahn statt. Zutritt zum extra hergerichteten 1.Klasse-Waggon hatten nur BesitzerInnen der wertvollen Mobicard 5000 Deluxe für 5000 Euro im Monat. Alle anderen Menschen wurden aufgefordert das Abteil für Arme, im hinteren Teil der U-Bahn aufzusuchen oder auszusteigen. Während der Feier war das 1.Klasse Abteil festlich geschmückt, Champagner und Häppchen wurden serviert und dem Proletariat gezeigt, dass Mobilität nur für Reiche da ist.
Mit dieser satirischen Aktion wollten die Beteiligten darauf aufmerksam machen, dass durch die immer weiter steigenden Preise, künftig immer weniger Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel bezahlen können. Die Fahrpreise der VGN sollen zum Januar 2010 um weitere 2,9 % erhöht werden. Die Aktion fand unter den Fahrgästen viel Zustimmung, einige Wenige empörten sich allerdings auch lautstark.
Nach Meinung der AktivistInnen müssen öffentliche Verkehrsmittel für jeden frei zugänglich sein und dürfen nicht in den Händen eines profitorientierten Unternehmens liegen. Mobilität ist ein wichtiger Teil eines guten Lebens, denn sie ist notwendig um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.
Flyer zur U-Bahnaktion
Mehr Informationen auch unter Initiative für ein Sozialticket
Auch wenn die Krise für viele nur ein Schreckgespenst in den Medien ist, real ist sie schon lange angekommen. Für viele stehen Lohnkürzungen, Kurzarbeit oder Kündigung auf der Tagesordnung.
Der Umgang der Regierung? Konjunkturmaßnahmen. Bezahlt wird das ganze Paket durch Steuern, Entlassungen und Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich und weltweite Ausbeutung.
Bei uns ist die Krise angekommen und wir wehren uns dagegen sie auszubaden
Um auf die Krise und ihre Auswirkungen aufmerksam zu machen, sind heute, Samstag 17. Oktober, 50 Personen in ein Möbelhaus in Fürth eingezogen.
Die AktivistInnen der Initiative „Tatort Alltagskrise“ betraten um 14 Uhr bepackt mit Kartenspielen, Zeitungen, Schildern, Musik, Essen oder im Schlafanzug das Möbelhaus und richteten sich in den verschiedenen „Zimmern“ ein. Während die einen es sich gemütlich machten verteilten andere Flugblätter an die Kunden. Manche reagierten irritiert, andere verstanden den Humor der Aktion und spaßten, dass sie gleich mit einziehen könnten. Nach eineinhalb Stunden holten sich die MitarbeiterInnen des Möbelhauses die Verstärkung von vier Polizisten und forderten wiederholt dazu auf das Gebäude zu verlassen.
Ziel der Aktion war es, auf die sich immer weiter verschärfenden Lebensumstände in Zeiten der Krise aufmerksam zu machen., die Menschen zum nachdenken, hinterfragen und kritisieren anzuregen.
Die Auswirkungen der Krise werden immer deutlicher. Auch das alltägliche Leben wird immer unbezahlbarer. Die Mieten steigen, die Nebenkosten ebenfalls, Kürzungen des kommunalen Haushaltes finden vor allem, im sozialen Bereich statt.
Nachdem das Gebäude friedlich verlassen wurde, bewertet die Initiative die Aktion als vollen Erfolg. Auch in Zukunft sollen öfter kreative Aktionen des zivilen Ungehorsams eine Diskussion um die Fragwürdigkeit des Kapitalismus anstoßen.
Hier der Flyer
Und einige Eindrücke:


Und einfallsreiche Eigeninitiativen…

Wir wollen eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!
Eine Welt in der nicht Geld das Leben lebenswert macht!
…und der nächste folgt zugleich!
Warum Tatort Alltagskrise?
Die Krise ist da, es wird analysiert, diskutiert, auch mal demonstriert aber im Großen und Ganzen kommt wenig Aktionismus von Links zum Thema Krise.
Um konkrete Aktionsideen zu entwickeln, fanden wir es wichtig die Krise auf das herunterzubrechen was sie ist: die Verschärfung der kapitalistischen Verhältnisse.
Da sich Kapitalismus und seine Wirkungsweisen tausendfach in unserem Alltag wiederfinden, uns gängeln und unterdrücken, uns die Luft abschnüren und klein halten und das durch die Krise immer deutlicher zum Ausdruck kommt, wollen wir mit „Tatort Alltagskrise“ deutliche Zeichen dagegen setzen.
Uns geht es dabei um medienwirksame, lustige, kreative Aktionen an unterschiedlichen“Tat-orten“. Die Hemmschwelle sich zu beteiligen soll möglichst gering sein. Wir gehen dabei bewußt über Grenzen und Gesetze.
Ziel soll es sein, durch diese Art der Aktionen, die Menschen zum nachdenken, hinterfragen und kritisieren anzuregen. Denn dieses kapitalistische System kann nur überwunden werden, wenn wir endlich aufhören so zu tun, als gäbe es keine Alternative! Nur wenn wir begreifen, das Kapitalismus Hunger, Armut, Krankheit, Ausbeutung, Unterdrückung und Tot bedeutet, können wir anfangen neue Wege zu gehen. Also fangt an aufzustehen und lernt wieder zu laufen!