5. Streich

Wir zahlen nicht für eure Krise!

Wir sterben nicht für eure Kriege

Die Bundeswehr hat an diesem Wochenende in der Frankenhalle bei „abi pure -. die Messe für Studium und Ausbilidung“
in Nürnberg neben einem Vortrag zu Karrieremöglichkeiten den größten Stand auf der Messe veranstaltet. Angeworben werden sollen vor allem die Jugendlichen, die angesichts fehlender Ausbildungsplätze, erschwerter Studienbedingungen an den Hochschulen und hoher Arbeitslosigkeit, keine andere Perspektive mehr sehen, als es mit einer Ausbildung bei der Bundeswehr zu versuchen oder sich durch die hohe Bezahlung locken lassen.

Nicht mit uns!

Über ein Dutzend AktivistInnen von „Tatort Alltagskrise“ hat heute für kurze Zeit einen Bundeswehrstand abgeriegelt.
Als Leichen verkleidet, versammelten sich die AktivistInnen um den Stand, riefen Parolen wie „Rauf mit der Bildung – runter mit der Rüstung“ und verteilten an die BesucherInnen Flugzettel. Nicht nur Aufmerksamkeit und positive Reaktionen erhielten die AktivistInnen, der Sicherheitsdienst sprach schnell ein Hausverbot für alle KreigsgegnerInnen aus.


Krieg beginnt hier…
Wie krisenhaft der Kapitalismus ist, können wir zur Zeit so deutlich wie seit Jahrzehnten nicht mehr beobachten. Gerade in dieser Zeit spitzen sich sozialen Gegensätze zwischen denen, die Produktionsmittel, Reichtümer und Ressourcen kontrollieren und denen, die täglich um ihr Überleben kämpfen müssen, weiter zu. Und so findet sich die Krise und ihre Wirkungsweisen zahlreich im Alltag vieler Menschen wieder. Bei steigenden Preisen wie z.B. für den Öffentlichen Nahverkehr, Mieten, bei Kürzungen im sozialen und kulturellen Bereich, bei zunehmenden prekären Arbeitsbedingungen und wachsender Armut.
In Krisenzeiten nimmt die globale Konkurrenz um knapper werdende Ressourcen wie Öl-, Gasvorräte und Absatzmärkte zu. Gleichzeitig wird das Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnis zwischen den Industrienationen und den rohstoffreichen armen Ländern zunehmend durch militärische Gewalt bestimmt. Diese wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen führen zu Angriffskriegen unter dem Deckmantel der sogenannten „Humanitären Hilfe“. So wird im Namen von „Demokratie“, „Freiheit“ und „Menschenrechten“ abhängigen Ländern Elend und Krieg beschert.
Dabei sind Kriege nicht nur ein erfolgversprechender Weg der Rohstoffaneignung sondern gerade in Zeiten von Wirtschaftskrisen, in denen Profite der Konzerne schwinden, ein lukrativer Wirtschaftszweig mit enormen Profitaussichten. Durch die massive militärische Produktion entstehen Unmengen an Waren, die regelmäßig vernichtet und anschließend neu produziert werden – ein gut planbares und milliardenschweres Geschäft. Deutschland ist mit 11% Anteil weltweit der drittgrößte Waffenexporteur hinter den USA und Russland.

Keine Zukunft mit der Bundeswehr

Um in Zukunft noch flexibler weltweit im Einsatz sein zu können und die nationalen Interessen besser „verteidigen“ zu können setzt Deutschland nun auf eine Berufsarmee. Um die dafür benötigte Anzahl an Freiwilligen zu rekrutieren, werden die Werbemaßnahmen in Schulen und Arbeitsämtern verstärkt, denn erfreulicherweise fehlen der Bundeswehr schon jetzt die benötigte Anzahl von SoldatInnen. Beliebte Anwerbemethode sind z.B. Unterrichtsstunden, die von sog. Jungoffizieren gehalten werden. Auch bei Ausbildungsmessen und vor Arbeitsagenturen wird jungen Menschen ein Beruf mit „Zukunft“ versprochen. Angeworben werden sollen vor allem die Jugendlichen, die angesichts fehlender Ausbildungsplätze, erschwerter Studienbedingungen an den Hochschulen und hoher Arbeitslosigkeit, keine andere Perspektive mehr sehen, als es mit einer Ausbildung bei der Bundeswehr zu versuchen oder sich durch die hohe Bezahlung locken lassen. Da die Kriegseinsätze von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden haben die Werbeveranstaltungen an den Schulen und in der Öffentlichkeit auch die Funktion, die Bevölkerung von der Sinnhaftigkeit der Kriegseinsätze zu überzeugen.

Verweigern!

Wir lassen uns nicht in einen Krieg für kapitalistische Interessen schicken! Widerstand fängt in unserem Alltag an! Stören wir öffentliche Auftritte der Kriegsführer! Die Bundeswehr hat an Schulen, Berufsmessen, Arbeitsagenturen und Universitäten nichts zu suchen! Verweigern wir Offizieren den Zutritt und boykottieren wir kollektiv Bundeswehrveranstaltungen!

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